Qualitätsanalyse September 2012

 Die Qualitätsanalyse an der Regenbogen-Schule wurde von einem Qualitätsteam der Bezirksregierung Arnsberg im Zeitraum von Juni bis September 2012 durchgeführt. Bestandteil der Qualitätsanalyse waren ein Vorgespräch und ein Informationsabend, ein umfangreiches, von der Schule erstelltes Schulportfolio (bestehend aus dem Schulprogramm, schulischen Konzepten, statistischen Daten, Informationsmaterialien, Geschäftsordnungen, Konferenzbeschlüssen, Haushaltsplanungen …), der Schulrundgang am 03.07.2012, 7 Interviews (mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften, nicht lehrendem Personal, Betreuungskräften der OGS, der Schulleitung und dem Schulträger) sowie 30 Unterrichtsbesuche im Rahmen der Schulbesuchstage vom 18.-20.09.2012.

Die ersten Rückmeldungen der „Schulinspektion" erhielten das Kollegium und die Schulleitung direkt im Anschluss an die Schulbesuchstage. Der sehr ausführliche und detaillierte Qualitätsbericht ging uns dann im November 2012 zu. Dieser wurde in allen schulischen Mitwirkungsgremien vorgestellt und besprochen.

Insgesamt weist der Qualitätsbericht 25 Beurteilungen in 6 verschiedenen Qualitätsbereichen aus, die in vier Stufen (vorbildlich, eher stark, eher schwach, erheblich entwicklungsbedürftig) bewertet wurden.

Die Regenbogen-Schule erhielt bei 7 Aspekten (Zufriedenheit der Beteiligten, Schülerberatung / Schülerbetreuung, Lebensraum Schule, Soziales Klima, Ausstattung des Schulgebäudes und Schulgeländes, Außerschulische Kooperation und Ressourcenmanagement) mit einem „vorbildlich" die höchste Bewertungsstufe.

13 Aspekte (u.a. die fachliche und didaktische Gestaltung des Unterrichts, die Lernumgebung und Lernatmosphäre, die individuelle Förderung und Unterstützung, die Unterrichtsorganisation, die Kooperation der Lehrkräfte und das Schulprogramm) sind mit der zweithöchsten Stufe als „eher stark" bewertet worden.

4 Aspekte (Schlüsselkompetenzen, Schulinternes Curriculum, Leistungskonzept, Qualitäts-entwicklung) wurden mit „eher schwach" als verbesserungsfähig und der Aspekt „Unterstützung eines aktiven Lernprozesses" als erheblich entwicklungsbedürftig eingestuft.

Daraus ergaben sich in der Gesamtbilanz folgende Handlungs- und Entwicklungsbedarfe:

Im Bereich der Unterrichtsentwicklung müssen verbindliche Lern- und Arbeitsformen festgelegt werden, die einen systematischen Kompetenzaufbau der Schülerinnen und Schüler ermöglichen. Dabei sind individuelle Lernwege, niveaudifferenzierte Aufgabenstellungen, Methoden des selbstständigen Lernens und fachlich gesicherte Selbstkontrollmöglichkeiten einzubinden.

Im Plenumsunterricht müssen vermehrt kooperative Lernformen eingesetzt werden, um so die fachbezogene Kommunikation der Schüler untereinander zu fördern und einen aktiven Lernprozess zu ermöglichen.

Nach einer Standardüberprüfung der Therapieimmanenz des Fachunterrichts sollte diese, wie auch alle anderen Aspekte im Bereich der Unterrichtsentwicklung, im Curriculum mit verankert werden.

An der Regenbogen-Schule gibt es aktuell noch keine schulinternen Lehrpläne. Erste Vorstellungen und Zielsetzungen sind aber bereits getroffen und es besteht eine langfristige Arbeitsplanung zur Erstellung der schuleigenen Curricula für die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachunterricht. Als deutliche Handlungsfelder ergeben sich hier die Festlegung von kompetenzorientierten Zielstellungen, Unterrichtsthemen, Standards von Lern- und Unterrichtsmethoden, fächerübergreifenden Bezügen, Lernerfolgskontrollen, Lern- und Arbeitsmitteln, zum IT-Einsatz sowie der Verbindung der fachlichen Kompetenzen mit sprachfördernden Inhalten im Sinne des therapieimmanenten Unterrichts.

Eng verbunden mit den bereits skizzierten Entwicklungsfeldern ist die Weiterentwicklung des Leistungskonzepts. Im Fach Deutsch haben wir bereits Grundsätze zur Leistungsermittlung, - einschätzung und - bewertung festgelegt sowie eine regelmäßige fachbezogene Lernstandsdiagnostik für die Fächer Deutsch und Mathematik vereinbart. Für die anderen Unterrichtsfächer müssen aber noch Kriterien und Standards zur Leistungsbeurteilung sowie ein Controlling der Umsetzung abgestimmt werden und eine Verknüpfung zu den schuleigenen Lehrplänen erfolgen.

Als „Besondere Stärken" der Regenbogen-Schule wurden folgende Aspekte ausgewiesen:

Es wurde hervorgehoben, dass unsere Leitidee und die Leitlinien eine Orientierung für die Schulentwicklungsarbeit bieten und konsequent im Schulprogramm berücksichtigt werden.

Die Schülerberatung und Schülerbetreuung ist umfassend und ganzheitlich angelegt. Die enge Kooperation zwischen der OGS-Betreuung und Schule, die u.a. die gemeinsame Förderplanung, den regelmäßigen fachlichen Austausch sowie eine gemeinsame Beratungsarbeit umfasst, wurde besonders hervorgehoben. Zudem nimmt sich die Schule der persönlichen Probleme der Schülerinnen und Schüler an und hält außerschulische Unterstützungsmaßnahmen bereit.

Die individuelle Förderung im Förderschwerpunkt Sprache basiert auf einem umfassenden Förder- und Therapiekonzept, das Förder- und Therapieschienen fest im Stundenplan verankert und u.a. eine jährlich aktualisierte Diagnostik sowie die Dokumentation der Therapieinhalte und Fördererfolge vorsieht.

Die Förderung erfolgt auf der Grundlage von individuellen Förderplänen, die neben der förderschwerpunktbezogenen Planung bei Bedarf auch Fördermaßnahmen in anderen Entwicklungsbereichen ausweisen. Die individuelle Förderung beinhaltet sonder-pädagogische Maßnahmen, verschiedenen Formen der Differenzierung, Lehrerzu-wendung und Lernbegleitung. Es besteht ein Konzept zur Leseförderung, das aber noch nicht als standardisierte Maßnahme zum Einsatz kommt.

Durch die Gestaltung der Klassen- und Verwaltungsräume sowie auch der Schulflure macht die Regenbogen-Schule einen sehr einladenden und freundlichen Eindruck. Die Gestaltung des Lebensraums Schule zeichnet sich darüber hinaus durch regelmäßige attraktive und identifikationsfördernde Veranstaltungen und Angebote aus.

Das soziale Klima und der Umgang miteinander werden von den Beteiligten als sehr wertschätzend erlebt und als besondere Stärke der Schule bezeichnet. Als Maßnahmen zur Gewaltprävention wurde eine neue Schulordnung beschlossen sowie eine regelmäßige Durchführung der Programme „Mut tut gut" und „Klasse 2000" begonnen.

In den Interviews wurde von allen Beteiligten eine sehr hohe Zufriedenheit und Identifikation mit der Regenbogen-Schule geäußert. Das umfassende Engagement der Lehrkräfte und der Schulleitung für die individuelle Begleitung und Beratung der Schülerinnen und Schüler wurde von allen besonders hervorgehoben und anerkannt.

Als weitere Stärke der Regenbogen-Schule wurde die gemeinsame kollegiale Verantwortung für die Weiterentwicklung der Schule genannt.

Die sichtbar dominierenden Stärken im Qualitätsprofil - und hier insbesondere die beiden zuletzt genannten Aspekte - bieten die besten Voraussetzungen für eine gemeinsame, zielorientierte und kontinuierliche Weiterentwicklung der Regenbogen-Schule im Hinblick auf die im Rahmen der Qualitätsanalyse aufgezeigten Handlungsbedarfe sowie weitere aktuelle und zukünftige Entwicklungsthemen.

Hemer, im Januar 2013